Kilometerbepreisung

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AlexN
Beiträge: 49
Registriert: 9. April 2019 00:47

9. April 2019 01:28

Hmm... Lövenich-Flughafen 22 km Luftlinie -> 4,80€. Klassischer Tarif: 1b 3,-€ (beim Handyticket gar 2,70€). So gewinnt man keine Nutzer. Hat man sich evtl. eine degressive Kilometerbepreisung überlegt?
SaschaTriemer
Beiträge: 9
Registriert: 21. März 2019 13:23

9. April 2019 08:52

Hallo AlexN. Das ist richtig. Es ist nicht so, dass nun jede Relation billiger wird. Die eine oder andere Fahrverbindung wird durch die neue Tarifsystematik teurer als im konventionellen Tarif. Die neue Systematik ist aber genauer in der Leistungsbepreisung und damit ggf. auch gerechter. Aber genau dies möchten wir ja in Erfahrung bringen: Ist diese Systematik auch im Sinne der Kunden besser? Jede Form der Degression hätte den Ansatz komplexer gemacht und wurde deshalb verworfen. Durch unseren Tagesdeckel in Höhe von 15 Euro ist aber sicher eine gewisse Kostenkontrolle gegeben, gerade auch für längere Reisen (z.B. Hin- und Rückfahrt an einem Tag).
PhilippW
Beiträge: 1
Registriert: 9. April 2019 10:32

9. April 2019 10:35

Also ich finde es gut mit dem Preisen von Köln Dellbrück nach Köln Mülheim für ca 9km Kostet für 15min Fahrt 2,55€ das ist immer noch günstiger als Das Normale Handy Ticket so wie die Offline Tickets.
bachemj
Beiträge: 7
Registriert: 8. April 2019 13:43

9. April 2019 11:00

Der VRS-Tarif ist einfach etwa um Faktor 2 zu hoch, daran ändert dieses Projekt nichts.
Trotzdem hätte ich das tatsächlich anders gestaltet, denn für eine Fahrt zum Flughafen würde ich dann natürlich ein "normales" Ticket kaufen, und damit werden die Untersuchungsergebnisse natürlich verfälscht.
AlexN
Beiträge: 49
Registriert: 9. April 2019 00:47

9. April 2019 11:02

Wenn der erste Kilometer grundpreisbedingt 1,65€ kostet, kann man mit der Gerechtigkeit schlecht argumentieren. Im Sinne des Kunden ist alles besser, wo man nicht mehr als bisher zahlen muss, so einfach sind nun Kunden gestrickt ;) Dafür ist im eTarif von KVV der Höchstpreis auf den regulären Ticketpreis (2,60 €) gedeckelt, das ist auf jeden Fall gerecht und so wird der Nutzer nicht abgeschreckt, weil er nicht fürchtet, mehr als in der jeweiligen Preisstufe zu zahlen. Im VRS-Pilotversuch hingegen muss man sich jedes Mal ausrechnen, ob man mit eTarif nicht draufzahlt.

So sieht der Vergleich aus:
Spalte 1: Preisstufe (KS - Kurzstrecke)
Spalte 2: Preis des Handytickets
Spalte 3: Bis wieviel km im eTarif man dafür fahren kann

Die Tabelle liest man so: Wenn man innerhalb der Preisstufe 1b (Köln oder Bonn) fährt, kommt man bei Entfernungen bis einschl. 8 km mit dem eTarif günstiger als mit dem Handyticket weg, ab dem 9. km wird eTarif teurer als Handyticket.

PS HT eTarif, km (gerundet)
KS 1,80 2
1a 2,25 5
1b 2,70 8
2a 2,70 8
2b 3,60 14
3 4,77 22
4 7,38 40
5 10,71 62

Wenn man Köln Hbf als Startpunkt nimmt, so reichen 8km etwa bis zur A1 zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Niehl und Köln-West, dann bis nach Marsdorf, Hürth-Kiebitzweg (!), Rondorf, Hahnwald, Weiß, Ensen, Neubrück, Dellbrück-Mauspfad, Dünnwald-Leuchterstr und Leverkusen-Chempark.

Man kann es so verallgemeinern:
- Kilometermäßig kürzere Fahrten, insbesondere über mehrere Tarifgebiete, sind mit dem eTarif oftmals günstiger;
- Wenn die Fahrt ein flächenmäßig großes Tarifgebiet (insbesondere Köln) tangiert, kann eTarif besonders teuer werden.
AlexN
Beiträge: 49
Registriert: 9. April 2019 00:47

9. April 2019 11:04

bachemj hat geschrieben:
9. April 2019 11:00
Der VRS-Tarif ist einfach etwa um Faktor 2 zu hoch, daran ändert dieses Projekt nichts.
Trotzdem hätte ich das tatsächlich anders gestaltet, denn für eine Fahrt zum Flughafen würde ich dann natürlich ein "normales" Ticket kaufen, und damit werden die Untersuchungsergebnisse natürlich verfälscht.
Der eTarif ist als Ergänzung zum klassischen Tarif wohl vor allem für Handyticketmuffel gedacht, insofern wäre es keine Verfälschung. Aber warten wir mal ab, was am Ende des Experiments abgefragt wird.
SiegfriedKrueger
Beiträge: 15
Registriert: 25. Januar 2019 08:54

9. April 2019 18:36

PhilippW hat geschrieben:
9. April 2019 10:35
Also ich finde es gut mit dem Preisen von Köln Dellbrück nach Köln Mülheim für ca 9km Kostet für 15min Fahrt 2,55€ das ist immer noch günstiger als Das Normale Handy Ticket so wie die Offline Tickets.
Hallo PhilippW,
von Köln-Dellbrück (Thielenbruch) bis Köln-Mülheim (Wiener Platz) sind es sogar nur 6 km. Eine Fahrt auf dieser Strecke kostet 2,40 Euro.
SiegfriedKrueger
Beiträge: 15
Registriert: 25. Januar 2019 08:54

10. April 2019 16:44

AlexN hat geschrieben:
9. April 2019 11:02
Wenn der erste Kilometer grundpreisbedingt 1,65€ kostet, kann man mit der Gerechtigkeit schlecht argumentieren. Im Sinne des Kunden ist alles besser, wo man nicht mehr als bisher zahlen muss, so einfach sind nun Kunden gestrickt ;) Dafür ist im eTarif von KVV der Höchstpreis auf den regulären Ticketpreis (2,60 €) gedeckelt, das ist auf jeden Fall gerecht und so wird der Nutzer nicht abgeschreckt, weil er nicht fürchtet, mehr als in der jeweiligen Preisstufe zu zahlen. Im VRS-Pilotversuch hingegen muss man sich jedes Mal ausrechnen, ob man mit eTarif nicht draufzahlt.

So sieht der Vergleich aus:
Spalte 1: Preisstufe (KS - Kurzstrecke)
Spalte 2: Preis des Handytickets
Spalte 3: Bis wieviel km im eTarif man dafür fahren kann

Die Tabelle liest man so: Wenn man innerhalb der Preisstufe 1b (Köln oder Bonn) fährt, kommt man bei Entfernungen bis einschl. 8 km mit dem eTarif günstiger als mit dem Handyticket weg, ab dem 9. km wird eTarif teurer als Handyticket.

PS HT eTarif, km (gerundet)
KS 1,80 2
1a 2,25 5
1b 2,70 8
2a 2,70 8
2b 3,60 14
3 4,77 22
4 7,38 40
5 10,71 62

Wenn man Köln Hbf als Startpunkt nimmt, so reichen 8km etwa bis zur A1 zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Niehl und Köln-West, dann bis nach Marsdorf, Hürth-Kiebitzweg (!), Rondorf, Hahnwald, Weiß, Ensen, Neubrück, Dellbrück-Mauspfad, Dünnwald-Leuchterstr und Leverkusen-Chempark.

Man kann es so verallgemeinern:
- Kilometermäßig kürzere Fahrten, insbesondere über mehrere Tarifgebiete, sind mit dem eTarif oftmals günstiger;
- Wenn die Fahrt ein flächenmäßig großes Tarifgebiet (insbesondere Köln) tangiert, kann eTarif besonders teuer werden.
Hallo AlexN,

die preisliche Analyse ist insgesamt zutreffend.

Der Unterschied zum eTarif-Projekt des KVV ist, dass es ausschließlich im Stadtgebiet Karlsruhe gilt.
Im VRS hat man sich zum einen für einen Test im gesamten Verbundgebiet entschieden. Dies bedeutet, dass der eTarif in einer vergleichsweise großen Region angewendet wird, in der im Regeltarif fünf Preisstufen vorhanden sind.

Zum anderen hat man sich dafür entschieden, eine preislich einfache Struktur anzubieten. Man hätte natürlich für jede Preisstufe einen separaten Preisdeckel einführen können. Dies hätte den eTarif aber wieder deutlich komplexer gemacht. Gerade die tarifliche Komplexität ist ein immer mal wieder genannter Kritikpunkt am VRS-Tarif. In diesem Test wird auf Einfachheit gesetzt.
AlexN
Beiträge: 49
Registriert: 9. April 2019 00:47

10. April 2019 17:31

Es ist verständlich, dass man so ein Pilotprojekt mit minimalstem Implementierungsaufwand durchführen will und sich deshalb auf herstellerseitig untersützte Funktionilität beschränkt. Das Beispiel KVV lässt vermuten, dass das System auch in der Produktivumgebung nur einen pauschalen Kappungswert vorsieht.

Ich weiß allerdings nicht, ob es so clever ist, potenzielle Nutzer schon in der Pilotphase zu vergraulen, indem man für eine Einzelfahrt u.U. mehr berechnet als in der jeweiligen Preisstufe. Die Tageskappung beträgt etwa das Doppelte einer Tageskarte der Presstufe 1a/b. Aber vielleicht will man gerade auch mittesten, um wieviel teurer es werden darf, dass es trotzdem genutzt wird...

Im Übrigen ist London ein Paradebeispiel dafür, dass die Kombination Zonentarif + Kappung NICHT kompliziert ist, weder in der Umsetzung noch bei der Nutzung. Ein weiteres erfolgreiches Beispiel wäre das Bizkaia-Konsortium rund um Bilbao, da ist es vom Mix her noch komplexer als bei VRS oder TfL.
SaschaTriemer
Beiträge: 9
Registriert: 21. März 2019 13:23

10. April 2019 21:29

Hallo AlexN, auch hier gilt es festzustellen: Wir wollten den Tarif nicht nur billiger machen (das wäre ja ganz einfach durch eine deutlichere Rabattierung der HandyTickets gegangen), sondern anders strukturiert als heute. Ansonsten kann ich Ihre Ausführungen nur bestätigen: Hier gibt es viele denkbare Erkenntnisgewinne.
Grashopper
Beiträge: 1
Registriert: 4. April 2019 21:46

11. April 2019 12:47

Ich habe gestern meine ersten zwei Testfahrten gemacht. Den möglicherweise höheren Tarif habe ich in Kauf genommen, weil ich einfach mal gucken wollte, wie es funktioniert.
Interessant wird es, wenn man aufgrund unvorhergesehener Situationen durch den eTarif am Ende mehr bezahlt als mit einem regulären Ticket. Da würde mich interessieren, ob sowas dann im Echtbetrieb als Kulanz gewertet wird.

Ich saß gestern in der Linie 3, Startpunkt war Dellbrück Mauspfad. Ziel war der Heumarkt, also eine Strecke über Deutz mit Umstieg in die Linie 1. Hier war ich mir nicht sicher, ob ich Luftlinie eventuell knapp unter 8 km liegen würde. An der Haltestelle Herler Straße teilte der Fahrer mit, dass er aufgrund eines Verkehrsunfalls in Deutz nicht den üblichen Linienweg nimmt sondern statt dessen bis Dom HBF die Strecke der 18 fährt. Für mich war in dem Moment klar, dass die Fahrt teurer als das Ticket über die normale KVB App wird, weil diese Strecke über 8 km liegt. Aber was macht man in so einem Moment? Man lässt die App laufen. Auschecken und neues Ticket über die KVB App wäre ja noch teurer geworden.
Ich bin dann also bis zum Dom gefahren, dort in die 5 gestiegen und am Heumarkt ausgestiegen. Ticketpreis lag ei 2,85 Euro, also 15 Cent über dem Ticket in der regulären App und preiswerter als am Automaten. Ich hätte getippt, ich würde über 3 Euro liegen.

Der Checkout am Heumarkt war unterirdisch nicht möglich. Die App konnte mich erst orten, als den unterirdischen Bereich verlassen habe.

Die Rückfahrt ging dann über Heumarkt mit der 1 bis Deutz und dann in die 3 bis Holweide, dort Umstieg in die 18. Preis für diese Strecke lag ebenfalls bei 2,85. Hier hätte ich vermutet, ungefähr bei 2,70 auszusteigen und war überrascht, den gleichen Preis zu zahlen wie bei der Strecke über Dom Hbfr/Rathaus/Heumarkt.

Gut finde ich, dass die App die Umstiege registriert und mich jedes Mal fragte, ob ich die Fahrt fortsetzen möchte.
AlexN
Beiträge: 49
Registriert: 9. April 2019 00:47

11. April 2019 13:33

Grashopper hat geschrieben:
11. April 2019 12:47
Ich habe gestern meine ersten zwei Testfahrten gemacht. Den möglicherweise höheren Tarif habe ich in Kauf genommen, weil ich einfach mal gucken wollte, wie es funktioniert.
Interessant wird es, wenn man aufgrund unvorhergesehener Situationen durch den eTarif am Ende mehr bezahlt als mit einem regulären Ticket. Da würde mich interessieren, ob sowas dann im Echtbetrieb als Kulanz gewertet wird.

Ich saß gestern in der Linie 3, Startpunkt war Dellbrück Mauspfad. Ziel war der Heumarkt, also eine Strecke über Deutz mit Umstieg in die Linie 1. Hier war ich mir nicht sicher, ob ich Luftlinie eventuell knapp unter 8 km liegen würde. An der Haltestelle Herler Straße teilte der Fahrer mit, dass er aufgrund eines Verkehrsunfalls in Deutz nicht den üblichen Linienweg nimmt sondern statt dessen bis Dom HBF die Strecke der 18 fährt. Für mich war in dem Moment klar, dass die Fahrt teurer als das Ticket über die normale KVB App wird, weil diese Strecke über 8 km liegt. Aber was macht man in so einem Moment? Man lässt die App laufen. Auschecken und neues Ticket über die KVB App wäre ja noch teurer geworden.
Ich bin dann also bis zum Dom gefahren, dort in die 5 gestiegen und am Heumarkt ausgestiegen. Ticketpreis lag ei 2,85 Euro, also 15 Cent über dem Ticket in der regulären App und preiswerter als am Automaten. Ich hätte getippt, ich würde über 3 Euro liegen.

Der Checkout am Heumarkt war unterirdisch nicht möglich. Die App konnte mich erst orten, als den unterirdischen Bereich verlassen habe.

Die Rückfahrt ging dann über Heumarkt mit der 1 bis Deutz und dann in die 3 bis Holweide, dort Umstieg in die 18. Preis für diese Strecke lag ebenfalls bei 2,85. Hier hätte ich vermutet, ungefähr bei 2,70 auszusteigen und war überrascht, den gleichen Preis zu zahlen wie bei der Strecke über Dom Hbfr/Rathaus/Heumarkt.

Gut finde ich, dass die App die Umstiege registriert und mich jedes Mal fragte, ob ich die Fahrt fortsetzen möchte.
1. Das ist doch ein Luftlinientarif, die tatsächliche Fahrtroute ist irrelevant. Man hätte auch einen (tariflich zulässigen) Umweg fahren können, der Preis wäre gleich geblieben.

2. Die App registriert keine Umstiege, sondern wertet Bewegungssensordaten aus. Wenn man im Stadtbahnwagen ständig hin und her laufen würde, könnte die App ähnlich reagieren.

3. Welches Mobilfunknetz haben Sie? Die App verwendet für die Ortung sowohl GPS als auch die Mobilfunkverbindung.
Suicune
Beiträge: 1
Registriert: 25. Mai 2019 02:24

25. Mai 2019 03:03

Jo, ab und wird es wird es nicht billiger, daran muss irgendwie gearbeitet werden.

Momentan kostet mich eine Fahrt von Sankt Augustin nach Köln HBF (25km) 4,77€ per App (Automatenpreis 5,30€).
Mit Kilometerabrechnung wären dies aber ca. 5,40€.

Allerdings würde eine Fahrt nach Bonn ca. 0,75€ billiger werden, 2,85€ anstatt 3,60€ (bzw. 4€).
Eine fahrt nach Rheinbach (Von hier aus die gleiche Entfernung wie nach Köln, 25km) ca. 2€. billger, 5,40€ anstatt 7,38 € (bzw. 8,20 €). Das ist echt viel.
Das gleiche wenn ich nach Hürth fahren würde, der Preis sinkt massiv.

Lohnen tut es sich zumindest immer auf Kurzstrecken wo man umsteigen will.
Kommt halt etwas drauf an wo man wohnt ob es billiger wird.
Das System ist grad halt so kaputt, das die Preise komplett neu verteilt werden. Zum sehr guten und zum schlechten.

Was aber geändert werden muss ist die Angabe des Basispreises. 1,50€ sind so nicht richtig, weil man direkt noch 15ct für den ersten Kilometer zahlt, also 165€.
Ich wäre ja auch dafür den ersten Kilometer in die 1,50€ einzuberechnen.
Und Vielleicht für Fahrten nach und innheralb Kölns einfach 60ct abziehn.
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